Im Land Berlin auch für unverheiratete Paare finanzielle Unterstützung bei Kinderwunschbehandlungen

Das Land Berlin hat rückwirkend zum 1. Januar 2017 die Landesrichtlinie an die Bundesrichtlinie angepasst, so dass dort auch unverheiratete Paare bei der Inanspruchnahme von reproduktionsmedizinischen Behandlungen finanziell unterstützt werden können. Damit fördert das Land Berlin bei Ehepaaren und Paaren, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben, Behandlungen der In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) im zweiten und dritten Behandlungszyklus.

Das Land übernimmt bei Ehepaaren bis zu 25 Prozent, bei Paaren, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben, bis zu 37,5 Prozent des verbleibenden Eigenanteils (nach Abrechnung mit den Krankenkassen und/oder ggf. Beihilfestellen). Zusammengerechnet mit dem Bundesförderanteil ergibt sich eine Gesamtbezuschussung von bis zu 50 Prozent des verbleibenden Eigenanteils.

Antragsvoraussetzungen:

  • die Paare müssen ihren Hauptwohnsitz in Berlin haben,
  • dort eine zugelassene reproduktionsmedizinische Einrichtung nutzen
  • und die weiteren Voraussetzungen nach § 27a SGB V erfüllen.

Die Förderhöchstbeträge liegen für die

  • IVF-Behandlung bei bis zu 800 Euro und
  • ICSI-Behandlung bei bis zu 900 Euro.

Ein gesetzlicher Leistungsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung für die künstliche Befruchtung besteht nicht. Es handelt sich um eine ergänzende Bezuschussung und die Bewilligungsbehörde entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Die Zuwendung ist im Hinblick auf andere Erstattungsleistungen nachrangig und erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Anteilfinanzierung. Das bedeutet, soweit von dritter Seite (z. B. durch Leistungen der Krankenkassen) eine Kostenerstattung zu 100 Prozent gegeben ist, kommt ein Landes- oder Bundeszuschuss nicht mehr in Betracht. Dies gilt auch für die Fälle, in denen die Krankenkassen eine getrennte Aufteilung der Kostenerstattung anbieten: zunächst im Rahmen der gesetzlichen Pflichtleistung und später nach der Landes- und Bundesförderung als nachgelagerte freiwillige Zusatzleistung.

Zuständig für die Bewilligung der Landes- und Bundeszuwendung ist die

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Förderprogramm: Assistierte Reproduktion

Oranienstraße 106

10969 Berlin

Alle wichtigen Informationen zum Förderprogramm und zur Beantragung der Zuwendung finden Sie hier:

https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/schwangerschaft-und-kindergesundheit/schwangerschaft-und-familienplanung/kinderwunsch/

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