Hintergrund

Bundesinitiative „Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit“

Das Bundesfamilienministerium hat daher 2012 die Bundesinitiative "Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit" ins Leben gerufen. Die Initiative hat drei zentrale Handlungsfelder:

Dank des medizinischen Fortschritts stehen ungewollt kinderlosen Paaren heute verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung zur Verfügung, um sich den Kinderwunsch vielleicht doch noch erfüllen zu können. Die sehr kostenintensiven Behandlungen nach Art der In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) übernehmen die Krankenkassen jedoch oftmals lediglich anteilig, die restlichen Behandlungskosten muss das Kinderwunschpaar selbst aufbringen. Dies bedeutet für viele Paare eine immense, finanzielle Belastung.

Seit 2012 können ungewollt kinderlose Ehepaare und seit 2016 auch ungewollt kinderlose Paare in einer nichtehelichen, heterosexuellen Lebensgemeinschaft im Rahmen der „Richtlinie des Bundesfamilienministeriums über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion“ (PDF, 165KB) einen finanziellen Zuschuss zu den Behandlungskosten beantragen. Voraussetzung für eine Fördermöglichkeit ist, dass sich das Hauptwohnsitz-Bundesland des Kinderwunschpaares finanziell mit einem eigenen Förderprogramm beteiligt.

Ob in Ihrem Bundesland die Möglichkeit einer Förderung besteht und wenn ja, in welchem Umfang, können Sie einfach mit unserem Förder-Check herausfinden.

Vielen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch fällt es schwer, ihre Sorgen und Nöte mit der Familie oder im Freundeskreis zu teilen. Auch die Paarbeziehung selbst wird durch den unerfüllten Kinderwunsch häufig auf eine Belastungsprobe gestellt: Frauen und Männer erleben die Situation sehr unterschiedlich.

Die Expertinnen und Experten in den psychosozialen Beratungsstellen können hier eine große Unterstützung sein. Eine professionelle und vertrauensvolle Beratung kann zu jedem Zeitpunkt einer Kinderwunschbehandlung helfen: Vor Beginn als Entscheidungshilfe, währenddessen, um die "emotionale Achterbahnfahrt" aufzufangen, und am Ende, um die Auseinandersetzung mit erfolglosen Kinderwunschbehandlungen zu unterstützen.

Nähere Informationen zu Ablauf und Inhalten der Beratung sowie eine Adressdatenbank mit psychosozialen Beratungsangeboten finden Sie unter dem Punkt „Beratung“; Materialien zum Thema haben wir unter „Publikationen“ für Sie eingestellt.

Die Aufklärung über die Ursachen von Unfruchtbarkeit und über das sogenannte „reproduktive Fenster“ sowie die Bereitstellung interessenneutraler Informationen zu Themen wie u. a. den realen Erfolgschancen der modernen Fortpflanzungsmedizin oder den rechtlichen Rahmenbedingungen von Behandlungsmethoden in Deutschland sind ein weiterer wichtiger Bereich der Bundesinitiative.
Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Rubriken „Ursachen“ und „Behandlung“; Materialien zum Thema haben wir unter „Publikationen“ für Sie eingestellt.