Finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern

Das Bundesfamilienministerium möchte erreichen, dass der Wunsch nach einem eigenen Kind für möglichst viele Paare in Erfüllung gehen kann.

Daher stellt der Bund Finanzhilfen für medizinische Kinderwunschbehandlungen bereit. Grundlage hierfür ist die „Richtlinie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion“. Die Bundesförderung setzt jedoch voraus, dass sich die Bundesländer mit einem eigenen Landesförderprogramm in mindestens der gleichen Höhe wie der Bund beteiligen.


Die kooperierenden Bundesländer

Aktuell bestehen entsprechende Kooperationsvereinbarungen mit den Ländern:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen

Weitere Länder haben Interesse an einer Kooperation zur Unterstützung ungewollt kinderloser Paare signalisiert, darunter Bayern.


Wer erhält eine Förderung?

Auf Grundlage der Bundesförderrichtlinie können heterosexuelle verheiratete und unverheiratete Paare, die ihren Hauptwohnsitz im Bundesgebiet haben und dort eine Reproduktionseinrichtung nutzen, eine finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie die weiteren Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllen:

  • ärztliche Feststellung der Unfruchtbarkeit 
  • attestierte Erfolgsaussicht der Kinderwunschbehandlung
  • ausschließliche Verwendung von Ei- und Samenzellen der Partner
  • vorherige medizinische wie psychosoziale Beratung
  • Alter der Frau zwischen 25 und 40, Alter des Mannes zwischen 25 und 50 Jahren

Durch die unterschiedliche Ausgestaltung der Förderrichtlinien der kooperierenden Bundesländer können in einzelnen Ländern Einschränkungen vorliegen. 

Wie hoch ist die Förderung?

Bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen sind nach Maßgabe der Bundesförderrichtlinie vollständig durchgeführte Behandlungen vom ersten bis vierten Behandlungszyklus nach Art der In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) zuschussfähig. Der mögliche Zuschuss beträgt bis zu 25 Prozent des den Paaren nach Abrechnung mit der Krankenversicherung verbleibenden Eigenanteils.


Die genaue Höhe des Bundeszuschusses richtet sich nach dem Umfang und den übrigen Bedingungen der jeweiligen Landesförderung. 


Der Eigenanteil für Ehepaare verringert sich in aller Regel um bis zu 25 Prozent für den ersten bis dritten Versuch. Beim vierten Versuch reduziert sich der Selbstbehalt der Ehepaare auf bis zu 50 Prozent, da die Krankenkassen den vierten Versuch in der Regel nicht fördern.


Für Paare, die in nichtehelicher Lebensgemeinschaft leben, verringert sich der zu zahlende Selbstbehalt in der Regel für den ersten bis dritten Versuch um bis zu 12,5 Prozent und für den vierten Versuch um bis zu 25 Prozent. 


Der unterschiedlich hohe Selbstkostenanteil bei verheirateten und unverheirateten Paaren ist darauf zurückzuführen, dass gemäß § 27a SGB V nur verheiratete Paare Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse für medizinische Kinderwunschbehandlungen erhalten.

Das übernimmt die Krankenkasse

In der Regel übernehmen sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Versicherungen die ersten Untersuchungen, um zunächst die Ursachen der Kinderlosigkeit zu klären.

Aber schon Folgemedikamente – etwa zur Hormoneinstellung oder zur Stimulierung der Eierstöcke – werden von vielen Kassen nur unter bestimmten Bedingungen übernommen. 


Die Grundlage der Kostenübernahmereglungen für medizinische Kinderwunschbehandlungen bei gesetzlich Versicherten ist der § 27a SGB V. Dieser sieht eine Beteiligung an den Kosten für eine Kinderwunschbehandlung ausschließlich für Ehepaare vor. 

Die gesetzlichen Krankenkassen sehen eine Kinderwunschbehandlung als Paarbehandlung an. Das bedeutet, dass Ihre Krankenkasse und die Krankenkasse Ihres Ehepartners bzw. Ihrer Ehepartnerin die Kosten anteilig tragen. Hierfür müssen Sie als Paar jedoch folgende Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllen:

  • die Unfruchtbarkeit muss ärztlich festgestellt worden sein
  • die Erfolgsaussicht der Kinderwunschbehandlung muss attestiert sein
  • es dürfen ausschließlich die Ei- und Samenzellen des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin verwendet werden
  • vor Behandlung muss eine medizinische oder psychosoziale Beratung stattgefunden haben
  • als Frau müssen Sie zwischen 25 und 40 Jahren alt sein, als Mann zwischen 25 und 50 Jahren

Die gesetzlichen Krankenkassen haben jedoch die Möglichkeit, weitere Angebote in ihre Satzungsleistungen aufzunehmen, die über das hinausgehen, was der verbindliche GKV-Leistungskatalog vorsieht. Deshalb gewähren einige Krankenkassen ihren Versicherten mit unerfülltem Kinderwunsch z. B. höhere Zuschüsse, d. h. Art und Höhe der Leistungen können auch bei den gesetzlichen Krankenversicherungen sehr unterschiedlich sein.


Für privat Versicherte gilt das „Verursacherprinzip“: Eine Krankheit im Sinne der Versicherungsbedingungen liegt nur bei demjenigen Ehepartner vor, der fortpflanzungsunfähig ist, nicht dagegen beim Ehepartner, wenn dessen Fortpflanzungsfähigkeit unbeeinträchtigt ist.

Ist beispielsweise bei dem Mann die Fortpflanzungsunfähigkeit diagnostiziert worden – etwa bei einem eingeschränkten Spermiogramm – übernimmt ausschließlich seine Versicherung die anfallenden Kosten. 

Darüber hinaus sind die Bestimmungen der privaten Krankenkassen sehr unterschiedlich. Sind beide Partner privat versichert, bezahlen die Kassen oft mehr Leistungen als die gesetzlichen Krankenkassen.


Aufgrund der Vielzahl der verschiedenen möglichen Regelungen in der gesetzlichen wie auch der privaten Krankenversicherung sollten sich Paare auf jeden Fall frühzeitig über die Möglichkeiten zur Kostenübernahme durch ihre jeweilige Krankenversicherung informieren lassen.



Allgemeine Hinweise zur finanziellen Förderung

Sowohl die Bundes- wie auch die Landesförderung müssen vor Beginn der Behandlung beantragt werden. Einen entsprechenden Förderantrag können die Kinderwunschpaare grundsätzlich bei der für ihr Bundesland zuständigen Bewilligungsbehörde stellen. Die jeweils zuständige Bewilligungsbehörde des Bundeslandes wird am Ende des Förder-Checks angezeigt.