Jolande (27 Jahre) und Andreas (34 Jahre)

Meine Regelblutung war schon immer von sehr starken Schmerzen begleitet, die mich immer wieder mit Wärmflasche und Schmerzmitteln in die Bettruhe gezwungen haben. Meine Mutter meinte, das gehöre nun mal zum „Frausein“ dazu.Mein Frauenarzt hatte mir dann die Pille verschrieben, aber die vertrug ich nicht. Mit 19 habe ich dann meinen jetzigen Mann Andreas kennengelernt. Wir wollten eigentlich von Beginn an Kinder miteinander, mindestens zwei, besser drei. Ein Leben lang als Fleischereifachverkäuferin zu arbeiten, konnte ich mir nicht vorstellen. Wir waren uns beide einig, dass ich dann bei den Kindern zu Hause bleibe. Ab dem ersten Jahrestag unseres Kennenlernens hat Andreas dann die Kondome weggelassen, und wir haben fleißig „geübt“. Leider hat mir der Sex immer weniger Spaß gemacht, nicht dass ich keine Lust gehabt hätte, aber beim Verkehr traten zunehmend mehr Schmerzen auf. Mein Frauenarzt murmelte etwas von „psychosomatisch“ und wollte mir eine Sexualtherapie empfehlen, aber mir war klar, dass das nicht vom Kopf her kam.

Erst Anfang dieses Jahres bin ich über eine Fernsehsendung zu „unbekannten Frauenkrankheiten“ auf den Begriff Endometriose gestoßen. Kurz darauf wurde in einem Kinderwunschzentrum bei mir tatsächlich diese Erkrankung diagnostiziert: Mittels einer Bauchspiegelung wurden viele der sogenannten Endometrioseherde bei mir festgestellt und ein Großteil davon konnte auch durch eine OP entfernt werden. Leider wurde aber auch ein beidseitiger Eileiterverschluss festgestellt. Ich hätte also gar nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können. Das war eine gute und eine schlechte Nachricht: Gut, weil ich jetzt den Grund kannte, schlecht, weil wir ohne medizinische Hilfe keine Familie gründen könnten. Ich war dann so fertig, dass ich das Angebot einer psychosozialen Beratung in diesem Zentrum sofort wahrgenommen habe. Andreas wäre gerne mitgekommen, aber ich wollte das erst alleine machen. Die Beraterin war wirklich sehr einfühlsam und hat zugehört. Sie hat mir gutes Infomaterial über Endometriose mitgegeben und das Angebot gemacht, zu dritt ein Gespräch zu Sexualität und Endometriose zu führen. Bezüglich der Informationen zur künstlichen Befruchtung hat sie auf den öffentlichen Infoabend im Zentrum verwiesen. Es war gut, dass ich so bald nach der OP den Beratungstermin wahrgenommen habe.

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