Marina (38 Jahre) und Jörg (44 Jahre)

Der Kinderwunsch hat uns sehr gebeutelt. Mir ging es phasenweise sehr schlecht und ich konnte kein Licht am Ende des Tunnels sehen, vor allem, als eine Behandlung nach der anderen scheiterte. Was mich aber immer wieder aufgebaut hat, waren die Gespräche mit meinem Mann. Er hörte mir zu, er ertrug es auch, phasenweise immer wieder das Gleiche von mir zu hören, und er sprach auch über seine Ängste. Das hat uns sehr zusammengeschweißt. Es war zwar wirklich eine schlimme Zeit, aber im Nachhinein ist unsere Beziehung daran gewachsen.

Was uns in dieser schweren Zeit besonders gut getan hat, war, dass wir immer wieder etwas Besonderes planten, kleine Höhepunkte im Alltag, auf die wir uns freuen konnten. Ab und zu gingen wir spontan miteinander in ein schönes Restaurant, wir frühstückten im Bett, mein Mann brachte ein paar schöne Blumen nach Hause oder wir nutzten ganz bewusst die zwei Wartewochen nach der Behandlung, um unseren nächsten Urlaub zu planen. Nach und nach gingen wir auch immer offener mit unserem Kinderwunsch und den Behandlungen um. Und unser Freundeskreis reagierte viel verständnisvoller als wir gedacht hatten. Wir erfuhren, dass enge Freunde ebenfalls medizinische Hilfe in Anspruch genommen hatten, und sie haben tatsächlich ein Kind bekommen. Und wir erfuhren, dass es in der weiteren Verwandtschaft meines Mannes ein Paar gibt, das auch trotz vieler Versuche kinderlos geblieben ist.

Wir haben jetzt, einige Jahre nach den medizinischen Versuchen, eine sehr viel engere Beziehung, weil wir viel mehr über unsere Gefühle sprechen und immer wissen, wie es dem anderen geht. Die Krise war schlimm, aber ich glaube, wir sind daran gewachsen!

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