Marlene (34 Jahre) und Dennis (37 Jahre)

Eigentlich habe ich erst einen Kinderwunsch, seitdem ich Dennis kenne. Meine Kindheit war nicht so schön verlaufen, von daher wollte ich lange keine Familie gründen. Ich habe mich auch zu Beginn meiner ersten Ehe sterilisieren lassen. Das war unterm Strich damals sinnvoll gewesen, denn mein Ex fing bald mit dem Trinken an, und wie sich das entwickeln kann, habe ich ja bei meinem eigenen Vater miterleben müssen. Nach vier Jahren habe ich dann endlich den Absprung geschafft und mich scheiden lassen. Nach zwei Jahren Single-Dasein habe ich Dennis kennengelernt. Ihn kann ich mir sehr gut als Kindsvater vorstellen. Er kann prima mit Kindern und hat auch selber einen Kinderwunsch. Das ist schon irgendwie bitter: Nun wünschen wir uns beide sehnlich ein eigenes Kind, aber jetzt lässt es sich nicht ohne Weiteres umsetzen. Mein Frauenarzt meinte, die Eileiterunterbrechung bei mir sei schon zu lange her, ohne künstliche Befruchtung wäre es wohl aussichtslos mit dem Schwangerwerden. Aber die können wir uns bei meinem 400-Euro-Job definitiv nicht leisten. Um von der Krankenkasse Unterstützung zu erhalten, müssten wir erst heiraten. Aber das wollen wir eigentlich nicht. Wir haben aber noch keine Entscheidung getroffen, was wir nun tun wollen. Bislang haben wir uns auch noch nicht getraut, mit Freunden über das Thema zu sprechen. Doch ich glaube, dass es mir guttun würde, jemanden zu haben, mit dem man einmal darüber sprechen könnte. 

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